🌏 Vietnam in 2½ Wochen: Drachen, Laternen & Traumstrände – Mein Abenteuer von Hanoi bis Mui Ne
- Sarah Kropf
- 14. März
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. März
Willkommen in Hanoi: Erste Schritte in eine andere Welt
Ich lande in Hanoi und sofort trifft mich der Sound Vietnams: hupende Motorroller, quirlige Menschenmengen, der Duft von frischem Banh Mi und vietnamesischem Kaffee. Mein Hotelzimmer? Direkt im Herzen der Altstadt, und schon beim Auspacken merke ich: Hier beginnt etwas Grosses. Abends geht’s ins Wasserpuppentheater. Ich sitze auf Holzstühlen, und plötzlich „tanzen“ bunte Puppen über das Wasser. Geschichten von Drachen, Helden und Flüssen werden erzählt, begleitet von Trommeln und Flöten. Ich lache, staune und fühle mich direkt in ein vietnamesisches Märchen versetzt. Danach das Willkommens-Abendessen: jede Gabel ein kleines Abenteuer.
Hanoi: Zwischen Tempeln, Tradition und Altstadtflair
Heute tauche ich tief in Hanois Seele ein. Der Literaturtempel empfängt mich mit stillen Höfen, kunstvollen Details und einer Atmosphäre, die sofort entschleunigt. Zwischen alten Mauern und schattigen Wegen spürt man, wie viel Geschichte in diesem Ort steckt.
Am Hoan-Kiem-See zeigt sich Hanoi von seiner ruhigen Seite. Rund um das Wasser pulsiert das Leben, während der Jadeberg-Tempel auf seiner kleinen Insel fast märchenhaft wirkt. Hier treffen Legenden, Natur und Stadtgefühl auf ganz besondere Weise zusammen. Im Vietnam Museum of Ethnology wird die kulturelle Vielfalt des Landes lebendig. Spannende Einblicke, traditionelle Bauweisen und liebevoll präsentierte Ausstellungen machen den Besuch zu einer echten Entdeckungsreise durch Vietnams viele Gesichter. Später zieht mich die Altstadt mit ihren berühmten Gassen in ihren Bann. Zwischen kleinen Läden, versteckten Innenhöfen, Strassenküchen und charmanten Cafés offenbart sich Hanoi von seiner lebendigsten Seite. Hinter jeder Ecke wartet etwas Neues – ein besonderer Duft, ein schönes Detail oder einfach dieser unverwechselbare Mix aus Chaos und Charme. Spät abends machten wir uns noch zu einem der bekanntesten Spots Hanois, der mittlerweile berühmt auf Instagram ist: die Train Street. In den schmalen Gassen, wo an den Seiten kleine Strassencafés liegen, fährt der Zug nur wenige Zentimeter an den Häusern vorbei. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Menschen hier scheinbar mühelos zwischen dem Alltag und der heranrollenden Eisenbahn leben. Der Moment ist voller Spannung und zugleich voller Charme – eine Mischung aus Nervenkitzel, urbanem Flair und unverwechselbarem Hanoi-Feeling. Gleichzeitig merkt man schnell: Vorsicht ist Pflicht. Wer aufmerksam bleibt, kann dieses einzigartige Erlebnis in vollen Zügen geniessen.
Halong-Bucht: Eine surreale Traumwelt
Die Fahrt zur Halong-Bucht fühlt sich an wie ein Schritt in ein Gemälde. Über 2’000 Kalksteinfelsen ragen aus smaragdgrünem Wasser – skurril, schön, fast surreal. An Bord der Dschunke gleiten wir durch versteckte Buchten, während das Licht mit den Felsen spielt und die Szenerie immer wieder neue Facetten zeigt. Nicht umsonst gehört die Region zum UNESCO-Weltnaturerbe. Beim Sonnenuntergang verwandelt sich die Bucht in ein goldenes Meer – ein Moment, in dem ich wusste: Dieser Trip wird unvergesslich bleiben. Wir verbrachten eine Nacht auf dem Schiff und hatten so die Gelegenheit, die Magie der Halong-Bucht in aller Ruhe auf uns wirken zu lassen.
Hoi An: Die Stadt, die verzaubert
Nach einem Frühstück mit Blick auf die Bucht, während Nebelschwaden über die Felsen tanzen, geht es zurück nach Hanoi und weiter mit dem Flug nach Da Nang, bevor wir in Hoi An ankommen – der bezaubernden Künstlerstadt mit UNESCO-Status. Kaum ein Ort versprüht so viel Charme! In der Altstadt fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt: Der Tumult und der Lärm der Neuzeit sind hier noch nicht angekommen. Hoi Ans Altstadt blieb als einzige während des Vietnamkriegs unversehrt und seit 1999 steht das malerische Ensemble historisch wertvoller Gebäude unter dem UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Stadt empfängt mich mit einem Lichtermeer: Laternen in allen Farben, kleine Cafés und verwinkelte Gassen. Jeder Schritt fühlt sich wie eine kleine Schatzsuche an – kein Wunder, dass Hoi An sofort zu meinem Lieblingsort wird.
Hoi An entdecken: Farben, Laternen und massgeschneiderte Träume
Wir beginnen den Tag mit einem Besuch in einem der alten Tempel, bevor wir mit der Reisegruppe durch die Altstadt ziehen. Das Wetter spielt zwar nicht mit – immer wieder kurze Schauer – doch Hoi An verliert dadurch keinen Zauber. Überall trifft man auf liebevoll geführte Schneidergeschäfte, in denen Kleidung nach den eigenen Wünschen angefertigt wird, bunte Laternenläden und kleine Werkstätten, in denen Holz- und Stofffiguren entstehen. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten zählt die japanische Brücke, das Wahrzeichen Hoi Ans aus dem 16. Jahrhundert. Schmale, schmucke Gassen mit alten Holzhäusern und Tempeln versprühen den Charme vergangener Zeiten, während kleine Kunsthandwerksläden, Cafés und Restaurants die Strassen lebendig machen. Wegen der zahlreichen Kanäle, die sich vom Thu-Bon-Fluss quer durch die Stadt schlängeln, wird Hoi An auch als das "Venedig Vietnams" bezeichnet. Besonders beeindruckend ist, wie die Stadt Mode und Licht miteinander verbindet: Tagsüber stöbert man durch massgeschneiderte Outfits, nachts tauchen die bunten Laternen die schmalen Gassen und den Fluss in warmes, stimmungsvolles Licht. Hoi An vereint Farbe, Handwerk und Magie – alles an einem Ort!
Hoi An – Da Nang – Hue: Wolkenpass & Kaiserstadt
Die Fahrt über den Wolkenpass ist ein wahres Fest für die Augen. Hinter jeder Kurve eröffnen sich sattgrüne Reisfelder, Lotusblumen, dösende Ochsen und das glitzernde Meer in der Ferne. Vietnamesische Spitzhüte ragen wie kleine Akzente aus der Landschaft und verleihen der Strecke einen unverwechselbaren Charme. Der Wolkenpass verbindet die grösseren Städte Hue und Da Nang und schlängelt sich über 21 km durch die Ausläufer des Truong-Son-Gebirges, das Nord- und Südvietnam voneinander trennt.
Hue empfängt mich majestätisch: Die antike Kaiserstadt am Parfümfluss war im 19. Jahrhundert die kulturelle Mitte Vietnams und während der Nguyen-Dynastie zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert die Hauptstadt des Kaiserreiches. Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit Hues sind die alten Palastanlagen des Kaisers und die dazugehörige Zitadelle, die 1833 ihre volle Pracht entfaltet hat. Diese majestätische Festung diente als zentraler Regierungssitz der mächtigen Nguyen-Dynastie und wurde bis 1945 von den Kaisern Vietnams bewohnt. Beim Betreten der Zitadelle über eine alte Steinbrücke erblickt man den prächtigen Thai-Hoa-Palast. Die kunstvoll lackierten Säulen, die das Dach tragen, sind mit schimmerndem Gold verziert und strahlen eine besondere Eleganz aus. Während einer entspannten Fahrt in einem Fahrradtaxi in einer sogenannten Rikscha, habe ich die wunderbare Gelegenheit, die beeindruckende Grösse und Pracht der Zitadelle hautnah zu erleben. Mein nächstes Ziel ist das Grabmal von Tu Duc, ein Meisterwerk königlicher Architektur aus der Nguyen-Dynastie. Eingebettet in einen weitläufigen, üppigen Kiefernwald, etwa 8 km von Hue entfernt, ruht hier Kaiser Tu Duc (1848–83), der die längste Regierungszeit aller Monarchen der Nguyen-Dynastie erlebte. Der Bau dieses Grabmals begann 1864 und wurde 1867 vollendet. Am späteren Nachmittag unternehme ich noch eine entspannte Bootsfahrt auf dem Parfümfluss. Auf einem kleinen Boot gleite ich gemächlich zur heiligen Thien-Mu-Pagode, deren stille Schönheit und jahrhundertealte buddhistische Klosteranlage die Atmosphäre Hues noch magischer wirken lassen. Das Wasser spiegelt den Himmel, und ich spüre, wie die Geschichte dieses Ortes lebendig wird.
🌆 Saigon: Die Stadt, die niemals stillsteht
Nach einem kurzen Flug lande ich in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon. Für die einen ist sie eine laute, rastlose Metropole, für die anderen das einstige „Paris des Ostens“ – eine Stadt voller charmanter Cafés, kolonialer Eleganz und kulinarischer Höhepunkte. Bei einer ausführlichen Stadtrundfahrt durch die pulsierende Megacity entdecke ich die Kathedrale Notre-Dame, deren markante Türme schon von weitem sichtbar sind. Was mich besonders überrascht: Saigon ist erstaunlich grün. Breite Alleen, prächtige Parks und kleine Oasen mitten im urbanen Trubel erinnern noch heute an die französische Planung als Gartenstadt. Doch Ruhe ist in Saigon nur ein flüchtiger Moment. Spätestens mit Einbruch der Dunkelheit schlägt die Stadt in einem neuen Takt: blinkende Lichter, hupende Mopeds, Strassenverkäufer mit exotischen Düften und ein unaufhörlicher Strom von Menschen lassen die Strassen vibrieren. Die Nachtmärkte sind dabei das wahre Herz der Stadt – hier kommen die Saigoner zusammen, trinken ein Glas, erzählen sich Geschichten und entfliehen für einen Augenblick der Hitze und dem Rhythmus des Alltags.
Ich lasse mich mitreissen vom Puls dieser Stadt. Jede Strasse wird zum Abenteuer, jede Ecke zur Entdeckung. Kleine Cafés zwischen gläsernen Hochhäusern laden dazu ein, kurz innezuhalten, während vietnamesische Kaffeespezialitäten die Sinne wecken. Zwischen Märkten, Lichtern und Menschenmengen spüre ich die rohe Energie und die unbändige Lebensfreude Saigons. Diese Stadt ist intensiv, widersprüchlich und voller Charakter – mein zweiter Lieblingsort der Reise, lebendig, faszinierend und voller Geschichten.
Mekong-Delta: Entspannung auf dem Wasser
Heute tauche ich ein in das grüne Herz Vietnams – das Mekong-Delta. Eine Region voller Leben, in der sich endlose Reisfelder, Mangrovensümpfe, alte Khmer-Tempel und kleine Inseln zu einer faszinierenden Landschaft verbinden. Hier mündet der gewaltige Mekong, der in Tibet entspringt und auf über 4’000 km sechs Länder durchquert, ins Südchinesische Meer. Das Delta ist Vietnams Reiskammer: Dreimal im Jahr wird hier mehr als die Hälfte der gesamten Reisproduktion geerntet. Dazwischen wachsen Früchte, Gemüse, Zuckerrohr und Kokosnüsse; Orchideenplantagen und Fischfarmen vervollständigen das Bild. Neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen dominieren Mangrovensümpfe, Palmen und eine üppige tropische Vegetation mit üppigem Grün und bunten Blüten. Über 1’000 Tierarten finden hier ein Zuhause, was die Region zu einem überraschend artenreichen Biotop macht.
Ich gleite gemächlich auf einem kleinen Boot durch schmale Wasserwege und entdecke schwimmende Märkte, auf denen Händler ihre Waren anbieten, als sei die Zeit stehen geblieben. Die Drachen- und Einhorninsel zieht mich in ihren Bann, kleine Kokosnuss-Dörfer liegen friedlich am Ufer, und über Land geht es mit Pferdewagen durch die üppigen Felder. Überall spüre ich die Harmonie zwischen Mensch, Natur und Wasser – das Leben hier ist ruhig, entschleunigt und doch lebendig. Eine perfekte Abwechslung nach dem Trubel der Städte, die den wahren Zauber Vietnams spüren lässt.
Cu Chi Tunnel: Geschichte unter der Erde
Unter der Erde windet sich ein Labyrinth von 248 km Gängen, die während des Vietnamkriegs vom Vietcong genutzt wurden. Da ich Platzangst habe, wage ich mich nicht hinein, sondern beobachte die Tunnel kurz von aussen. Trotzdem spüre ich die Geschichte unter meinen Füssen und kann die erstaunliche Ingenieurskunst und den Mut der Menschen erahnen, die hier gelebt und gekämpft haben. Nach diesem eindrücklichen Besuch geht es weiter Richtung Mui Ne – Zeit für Sonne, Strand und pure Entspannung.
🌊Mui Ne: Traumstrände & rote Dünen
Im Pandanus Resort erwarten mich ein traumhafter Privatstrand, ein tropischer Garten und ein Pool mit Blick aufs Meer. Der Tag beginnt entspannt mit Tai-Chi oder Yoga, nachmittags locken Spaziergänge durch die Dünen, und abends geniesse ich die warme Meeresbrise bei einem frischen Ananassaft oder entspannten Drinks direkt am Strand.
Ich verliere mich in Sonnenuntergängen, die den Himmel in Gold- und Orangetöne tauchen, und spüre, wie diese Reise langsam nachklingt. Mui Ne ist klein, ruhig und voller besonderer Magie – der perfekte Abschluss einer intensiven Rundreise, um Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen.
Fazit:
Von den lebendigen Strassen Hanois über die surreale Halong-Bucht, die magischen Laternen von Hoi An bis zur pulsierenden Energie Saigons und den entspannten Stränden Mui Nes – Vietnam ist ein farbenfrohes Mosaik an Eindrücken. Für mich bleiben Hoi An und Saigon die Highlights: einmal voller Ruhe und Magie, einmal voller Energie und Überraschungen. 2½ Wochen, die sich wie mehrere Reisen gleichzeitig anfühlen. Vietnam überrascht, verzaubert und lässt einen nie wieder los.





























































































































































































































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